Giesen – Kalibergwerk Siegfried-Giesen – Historischer Hintergrund

Kaliwerk Siegfried-Giesen

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Kaliwerk Siegfried-Giesen
Abraumhalde Wetterberg
Andere Namen Schachtanlage Siegfried
Abbau von Kalisalz
Abbautechnik Firstenkammerbau
Größte Tiefe 1.050 m
Förderung/Jahr 2 Mio. t
Betreibende Gesellschaft Burbach-Kaliwerke AG/ Gumpel-Gruppe
Beschäftigte 150 (untertage im Jahr 1980)
Betriebsbeginn 1906
Betriebsende 1987
Geografische Lage
Koordinaten 52° 12′ 18″ N, 9° 52′ 35″ O

Das Kaliwerk Siegfried-Giesen ist ein ehemaliges Kalibergwerk in der Gemeinde Giesen.

Geschichte

Am 6. Dezember 1906[1] wurde mit dem Abteufen des Schachtes begonnen. Drei Jahre später, am 25. November 1911, erreichte der Schacht seine vorläufige Endteufe von 765 m; im Jahre 1910 wurde er auf 803 m weiterverteuft. Im oberen Bereich der Schachtröhre kam das Kind-Chaudron-Verfahren zum Einsatz. Der Schacht wurde die ersten 173 m mit eisernen Tübbingen bei einem lichten Durchmesser von 4,10 m ausgebaut, darunter stand er in Mauerung und hatte 4,50 m Durchmesser. Füllorte wurden auf der 400-, 650- und 750-m-Sohle ausgesetzt. Am 18. Oktober 1910 kam es untertage zu einer Sprengstoffexplosion, durch die 18 Bergleute ums Leben kamen. Auf der 750-m-Sohle wurde das Werk 1913 mit dem Nachbarwerk Fürstenhall in Ahrbergen, im November 1923 mit Rössing-Barnten und Glückauf Sarstedt durchschlägig. Die Durchschnittsbeteiligung am Deutschen Kalikartell lag 1924 bei 107, 1933 bei 124 %. 1926 wurde das der Gumpel-Gruppe gehörende Werk durch den Burbach Konzern übernommen. Ab den 1970er Jahren übernahm „Siegfried“ die Seilfahrt für alle drei Gruben. Von 1913 bis 1980 wurde mit Ausnahme einer Stilllegungszeit von 1932 bis 1935 aus dem Bergwerk Kali gefördert. 1980 wurde die Produktion aufgegeben[4], 1987 die Anlage stillgelegt. Die übertägigen Anlagen wurden um 2000 demontiert. Seitdem sind nur noch wenige ehemalige Werksgebäude und die Abraumhalde sichtbar. Die 1939 errichtete Wohnsiedlung wird bis heute bewohnt.

Einzelnachweise

Thomas Reuter: Die Schächte des Kalibergbaues in Deutschland. In: Stadtverwaltung Sondershausen (Hrsg.): SONDERSHÄUSER HEFTE zur Geschichte der Kali-Industrie. Nr. 13, Stadtverwaltung Sondershausen, Fachbereich Kultur, Sondershausen 2009, ISBN 978-3-9811062-3-7, S. 170. 

Auszüge aus der Polizeichronik Sarstedt: Unwetter, Hochwasser und Explosion im Kali-Schacht. 

WACHSTUM ERLEBEN - Die Geschichte der K+S Gruppe 1914 - 1945.

WACHSTUM ERLEBEN - Die Geschichte der K+S Gruppe 1968 - 1989.

Literatur

Rainer Slotta: Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland. Band 3: Die Kali-und Steinsalzindustrie. In: Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbaumuseum. Nr. 18, Deutsches Bergbaumuseum, Bochum 1980, ISBN 3-921533-16-3, S. 441-473. 

Diese Seite wurde zuletzt am 11. August 2010 um 09:37 Uhr geändert.

19.9.10 09:29

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