Hamburg – Hamburger Marschbahn – Historischer Hintergrund

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Die Hamburger Marschbahn war eine normalspurige Kleinbahn in den Hamburgischen Vier- und Marschlanden.

Geschichte

Die Strecke wurde als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach dem Ersten Weltkrieg im Auftrag des Hamburger Senats errichtet. Der am 12. Mai 1921 eröffnete erste Abschnitt zweigte in Düneberg von der Stammstrecke der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE) ab, führte elbabwärts und mündete in Zollenspieker in den Kopfbahnhof der 1912 eröffneten Vierländer Eisenbahn aus Hamburg-Bergedorf. Sie endete zunächst nach zwei weiteren Stationen elbabwärts in Fünfhausen. In der weiteren Verlängerung nach Westen erreichte die Strecke am 1. April 1923 Ochsenwerder, 1926 Tatenberg und 1927 Moorfleet. Hier folgte die Strecke auf einem Bahndamm dem Verlauf der langgestreckten Straßendörfer, hielt dazu jedoch einigen Abstand. Die offizielle Eröffnung der gesamten Strecke fand am 1. Oktober 1928 statt.

Sie überquerte die Gleisanlagen der Hauptstrecke Hamburg–Berlin (Berlin-Hamburger Bahn) bei Moorfleet auf einer langen Stahlfachwerkbrücke und endete am Bahnhof Billbrook der 1907 erbauten Billwerder Industriebahn, die seit 21. Oktober 1921 der BGE gehörte. Diese führte auch von Anfang an den Betrieb auf der Marschbahn.

Durchgehende Personenzüge verkehrten zunächst zwischen Moorfleet und Geesthacht, später auch ab Billwerder-Moorfleet oder Billbrook. Bedingt durch den Abstand der Strecke zu den Siedlungen, die keine wirklichen Zentren besitzen, war die Auslastung der Strecke von Anfang an gering. Außerdem richtete die BGE bereits ab 15. Mai 1926 einen konkurrierenden Betrieb mit Omnibussen ein, der die Gegend besser zu erschließen versprach.

Im Jahre 1942 übernahm die BGE, deren Aktien fast hundertprozentig dem Hamburgischen Staat gehörten, von diesem auch das Eigentum der rund 33 Kilometer langen Marschbahn. Seit 1942 diente die Bahn im Verbund mit der Vierländer Eisenbahn und einem dort neu geschaffenen Anschlussgleis in das KZ Neuengamme hinein dem Transport von Zwangsarbeitern und der von ihnen produzierten Güter Richtung Hamburg.

Nachdem spätestens ab Sommer 1950 der Verkehr zwischen Geesthacht und Zollenspieker zum Erliegen gekommen war, wurde der Betrieb auf der restlichen Marschbahn am 1. März 1952 eingestellt.

Allerdings gibt es eine Quelle, die aussagt, dass der Güterverkehr dort erst am 9. Mai 1955 offiziell beendet wurde.

Die Gleisanlagen der Hamburger Marschbahn sind heute fast vollständig abgebaut. Auf dem Bahndamm wurde die asphaltierte Straße Marschbahndamm angelegt, die vorwiegend als Radwanderweg genutzt wird. Einige Bahnhofsgebäude sind noch erhalten, ebenso die Pfeiler der Brücke über die Dove Elbe in Höhe der Tatenberger Hamburger Marschbahn 2 Schleuse.

Die Brücke über die Fern- und S-Bahn-Gleise an deren Haltepunkt Billwerder-Moorfleet stellte bis in die 1980er Jahre den Anschluss der Gütergleise im Gewerbegebiet im Süden Billwerders an die Billwerder Industriebahn her und wurde mittlerweile entfernt. Auf einem kleinen Stück der Marschbahn vor dem Bahnhof Billbrook liegen noch Gleise; sie werden von der AKN befahren, um die Strecke der ehemaligen Südstormarnschen Kreisbahn nach Glinde zu erreichen.

Laufweg (Sommer 1949)

(Tiefstack) – Hamburg-Billbrook – Billwerder-Moorfleet – Moorfleet – Tatenberg – Ochsenwerder – Oortkaten – Fünfhausen – Kirchwerder-Howe – Zollenspieker Querweg – Zollenspieker – Zollenspieker-Querweg – Teufelsort – Riepenburg (Bedarfshalt) – Krauel – Kiebitzbrack – Elbdeich – Altengamme – Borghorst – Brandenmoor – Düneberg (– Geesthacht)

Literatur

• Stefan Meyer: 100 Jahre Eisenbahn zwischen Bergedorf und Geesthacht – Von der BGE zur AKN-Güterbahn. Lokrundschau, Gülzow 2006, ISBN 3-931647-21-8
• Jürgen Opravil: Die Bergedorf Geesthachter-Eisenbahn. Kurt Viebranz, Schwarzenbek 1978, ISBN 3-921595-01-0
• Rolf Wobbe: Chronik der Vierländer Eisenbahn. Walter Flügge, Geesthacht 1984, ISBN 3-923952-03-1

Namensähnlichkeit

Ebenfalls als Marschbahn wird die Eisenbahnstrecke von Elmshorn nach Westerland bezeichnet, die durch die Schleswig-Holsteinischen Elb- und Nordseemarschen führt. „Holsteinische“ bzw. „Schleswig-Holsteinische Marschbahn-Gesellschaft“ sind die früheren, aufeinander folgenden Namen der Unternehmen, die diese Bahn
anfangs betrieben.

Referenzen

[1] http://www.hamburg.de/auswahl/nofl/177344/kiebitzdeich-198.html
[2] http://www.bergedorfer-buergerverein.de/bergedorf-blaetter/2006-02-Vierl%2BMarschBahn.pdf

Quelle

http://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Marschbahn 

11.9.10 23:13

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