LPM # 002 – Großhansdorf – Bahnhof Beimoor Marathon am 22.08.2010 – Veranstalterbericht

Arne Franck – 100MC-Vorstandsmitglied und –Redakteur aus Kaltenkirchen – kam mit richtig guter Laune zum Bahnhof Beimoor MarathonLost Places Marathon # 002 – in Großhansdorf am 22.08.2010 angereist, wobei sich diese genau so lange hielt, bis er die Strecke (insbesondere die Zielgerade neben dem Bahnsteig Beimoor) gesehen hatte. Diese war nämlich in den letzten Wochen total zugewachsen, und zwar im Bereich des östlichen Gleisbettes bevorzugt mit hüfthohen Brennnesseln!

So waren denn auch seine erste Worte zu Christine Schroeder: „Dreh gleich wieder um und fahr nach Hause!“ – was Christine natürlich nicht machte…

Nun, die Brennnesseln waren vom Veranstalter binnen fünf Minuten genügend heruntergeplättet, dass alle acht Läufer/innen problemlos auch diesen Streckenteil benutzen konnten.

Dennoch: Die 830 Meter lange Laufrunde, die 51 Mal zu absolvieren war, verlangte den Läufern wirklich viel ab! Der größte Teil der Strecke bis zum Wendepunkt nahe der ehemaligen Brücke Mielerstede bestand aus einem schmalen Fußweg mit viel (oft hohem) Gras beiderseits. Am nördlichen Ende, also im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Beimoor, führten der Hinweg über den Bahnsteig selbst und der Rückweg dann über das ehemalige östliche Gleisbett.

Für alle Beteiligten hieß dies, dass sie bei den zahlreichen Überhol- wie Begegnungsmomenten immer wieder aus dem schmalen Pfad ins seitliche Gras ausweichen mussten, was indessen die Strecke von Runde zu Runde besser belaufbar machte, weil das Gras halt inzwischen immer mehr herunter getreten worden war.

Alles in allem war es ein zwar flacher, aber in seinem Zustand zweifellos sehr anspruchsvoller Kurs, der ganz sicher nichts für Laufanfänger war!

Die Wetterbedingungen hielten sich glücklicherweise nicht an die beiden zuvor veröffentlichten Prognosen, die beide Niederschläge, einer sogar heftige Gewitter in Aussicht gestellt hatten. Vielmehr gab es Temperaturen bis 23 °C, dazu wechselnde Bewölkung, viel Sonne, gelegentlich leichten Wind, aber keinen einzigen Tropfen Regen (oder gar Gewitter). Hier stimmten die Bedingungen also für die Läufer.

Jeweils zum Rundenbeginn (= am Anfang des ehemaligen Bahnsteiges bzw. über dem ehemaligen Treppenaufgang) konnten sich die Aktiven am Verpflegungsstand stärken, wobei neben Orangentee, Cola-Limo-Mix, Apfelschorle, Wasser, Schokolade, Kekse, Gummibärchen, Colafläschen, sauren Weingummis und Salzstangen zur Verfügung standen.

Chef am Verpflegungsstand und zugleich Rundenprotokollführer war Manfred Noel (Hamburg), der diesen „Job“ super ausfüllte und seinerseits viel Spaß zu haben schien.

Nach zwei Absagen an den Vortagen – Oliver Scheer (Hamburg) hatte wegen Erkrankung seiner Frau kurzfristig abgesagt, Hellmut Siegert (ebenfalls Hamburg) folgte diesem Beispiel, weil er nach seinen Läufen der beiden Vortage einfach ausgepowert war – war das Teilnehmerfeld bereits etwas zusammen geschmolzen.

Vor Ort fehlte dann auch Rosemarie von Kocemba (Kiel / Erlangen), die laut eines  am Auto des Veranstalters hinterlassenen Zettels wegen gesperrter Autobahnabfahrt Ahrensburg vier Minuten zu spät gekommen war und dann den Weg hinauf zum Bahndamm direkt neben den geparkten Autos nicht gefunden hatte!

Dafür gab es mit Sven Peemöller (Bad Oldesloe) immerhin einen spontanen Tagesnachmelder, der das Starterfeld wieder auf acht anwachsen ließ.

„Veni, vidi, vici!“ könnte Svens Tagesmotto geheißen haben, denn er legte – nach der Einführungsrunde, in der Christine Schroeder und Veranstalter Christian Hottas das Feld anführen „durften“ – gleich ein hohes Tempo vor, dem alleine Arne Franck (Kaltenkirchen) zu folgen vermochte.

Arne indessen musste im Verlauf des Rennens zweimal „in die Botanik“, womit spätestens danach das Rennen entschieden war.

Sven, der zwar meist einigermaßen entspannt wirkte, zuletzt jedoch ähnlich laut keuchte wie Arne, musste es zwar zum Schluss noch hinnehmen, dass Arne seinen Rückstand auf den Führenden noch auf zuletzt drei Runden verkürzte, doch war letztlich an seinem Tagessieg nicht zu rütteln: In 3.50.00 h blieb Sven als einziger Läufer unter 4 Stunden.

Arne, der eigentlich ebenfalls eine Hahn-/Weber-Zeit „sub 4“ angestrebt hatte, musste umplanen und wurde in 4.05.00 h Tageszweiter. (Beide Zeiten wären an den Teichwiesen ganz sicher um mindestens 15 Minuten schneller ausgefallen.)

Hinter diesen beiden M40ern gab es erst einmal eine riesengroße Lücke: Immerhin lag René Wallesch (Geesthacht), den „Quentsch“ (Arne) vor dem Lauf noch als Favoriten gehandelt hatte, satte 11 (von 51) Runden hinter Arne zurück.

René stellte irgendwann im Mitteldrittel des Laufes fest, dass er keine Lust mehr habe, und verteidigte ab da lediglich seinen Vorsprung auf seine Hinterleute. In 5.28.10 h blieb er wenigstens noch unter 5 ½ Stunden.

Platz 4 indessen war wenigstens phasenweise ziemlich umkämpft: Zu Beginn des Rennens war Torsten Birnbach (Trittau) derart schnell unterwegs, dass ihm dieser Platz absolut sicher schien. Schnell hatte er drei Runden Vorsprung auf Christine Schroeder und Christian Hottas (beide Hamburg) herausgelaufen.

Ab Runde 18 wendete sich jedoch das Blatt: Torsten, der die Nacht zuvor Dienst geschoben hatte (er arbeitet bekanntlich beim „Gummienten-FBI“, also der Wasserschutzpolizei), baute schnell und heftig ab, und plötzlich schien es eher eine Frage der Zeit zu sein, bis er aus dem Rennen aussteigen würde.

In der 28. Runde war er dann nur mehr Sechster, nachdem Christine und Christian ihm seinen vorherigen Vorsprung komplett abgenommen hatten. Doch zehn Runden später hatte „Birne“ sein Tief überwunden, hatte er Rang 4 zurückerobert und in der 41. Runde sogar wieder eine Runde Vorsprung auf das C & C-Duo.

Diese Überrundung machten seine sehr konstant laufenden beiden Verfolger zwar in der 47. Runde wieder wett, doch gelang es Torsten, immerhin noch gut eine halbe Runde seines Vorsprungs ins Ziel zu retten. So belegte er in 5.44.10 h doch noch Platz 4.

Christine und Christian, die beide eigentlich nur auf „sub 6 h“ angegangen waren, sich jedoch in anbetracht der schweren Strecke nicht sicher waren, dieses Ziel auch zu realisieren, liefen – wie gesagt – dann doch ein sehr konstantes Rennen. Hatten sie für die ersten 17 Runden 1.57.00 h benötigt, so waren die nächsten 17 Runden mit 1.54.40 h etwas schneller und die letzten 17 Runden mit 1.56.57 h quasi gleichschnell wie die ersten 17 Runden.

So konnten beide ihre Zielzeitprognose mehrfach nach unten korrigieren und wurden am Ende in 5.48.37 h gemeinsam Fünfte, was Christine ihren 23. Frauensieg in diesem Jahr einbrachte.

Ebenso wie Platz 4 war auch Platz 7 umkämpft.

Bis ins letzte Streckenviertel verteidigte Peter Wieneke (Hamfelde) diesen Platz hartnäckig gegen Walkerin Rita Brähmer (Itzehoe). Doch wer Ritas Marathonergebnisse der letzten Monate verfolgt hat, weiß, dass sie nicht selten müde Läufer am Ende gnadenlos „versägt“. Und Peter war – nach zwei Teichwiesen-Marathons am Freitagabend und Samstagmittag – zweifellos etwas müde.

So musste er in der vorletzten Runde sogar seine Überrundung durch Rita hinnehmen. Rita sicherte sich so mit einem fulminanten Endspurt in 6.09.50 h Platz 7, während Peter eine Runde später in 6.15.56 h Rang 8 nach Hause brachte.

Fazit: Der Bahnhof Beimoor Marathon war zweifellos ein trotz der flachen Strecke sehr schwerer Marathon, der jedoch gerade wegen seines hohen Anspruches in der „grünen Hölle“ Großhansdorfs viel Spaß gemacht hat.

Ob es eine Wiederholung geben wird, ist in Anbetracht der zahlreichen weiteren „Lost Places Marathon“ Ideen nicht sicher.

22.8.10 22:04

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manfred Noel (23.8.10 10:05)
Ich hatte sehr viel Spass als Rundenzähler.Sehr viel Freude bereitete mir Thorsten.Der Kamikazestil gefiel mir.Erst auf Hohen Rossen,dann in den Ars.. geschossen.Aber ich habe Thorsten motiviert weiter zu Laufen.Kurz nach Beginn der 25 Runde habe ich Thorsten eine Weinbergschnecke gezeigt und Thorsten mitgeteilt das ich die Schnecke als Überholer von der Strecke genommen habe.


Quentsch / Website (23.8.10 13:00)
So ein merkwürdiger Laufevent kann wirklich nur Christian einfallen!! Organisatorisch war der (anstrengende) Lauf gut durchdacht und hat mir am Ende doch Spaß gemacht! Übrigens hatte Sven (nach meiner Erinnerung) nie 5 Runden Vorsprung vor mir, sondern maximal ca. 3,5 Runden! Bei seinem Zieleinlauf lag es dann noch knappe 3 Runden vor mir!


Christian Hottas / Website (23.8.10 13:13)
Quentsch,

das mit den 5 Runden Vorsprung hatte ich bei Manfred so im Vorbeilaufen aufgeschnappt...

Dafür habe ich jetzt mit der alten Rheinbrücke von 1953 bei Wesel eine Strecke in petto, die garantiert nicht zugewuchert ist, zumal wir außerdem ja wohl im Spätherbst dort laufen dürfen.

Könnte dafür aber ziemlich frisch werden!?

Übrigens hatte ich Beimoor Mitte April und nicht im Winter vermessen. Im April gab es auch bereits viel Grün, aber halt nicht sooooo üppiges!


Rita Blindschleiche (23.8.10 13:20)
Moin Christian,
vielen Dank für die Fotos und den unterhaltsamen Tag gestern. Danke auch an Manfred, der so fleißig die Runden gezählt und den Verpflegungsstand gemanagt hat. Dieser Marathon wird den Teilnehmern bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben - ich fand ihn einmalig witzig...;-)


Torsten / Birne (24.8.10 14:41)
Mon an euch alle, war ein sehr anstrengender und dennoch interessanter Lauf habe ihn im Nachhinein doch genossen, obwohl ich mich ziemlich konzentrieren musste und er auf die Gelenke ging! Werde diesen lauf sicherlich auch sehr gut in Erinnerung behalten

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