Fortsetzung Pflegezentrum Wintermoor - Kleiner Heidjer vom 02.10.2009

Fortsetzung Pflegezentrum Wintermoor - Kleiner Heidjer vom 02.10.2009

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Passanten und Nachbarn beschlich ein beklemmendes Gefühl. Soll in Ehrhorn etwas fortgesetzt werden, was kürzlich in Faßberg (vorerst) scheiterte? Dort steht seit Monaten das „Landhaus Gerhus" in den Schlagzeilen, welches vom Rechtsextremisten Jürgen Rieger gepachtet und zeitweise von Neonazis besetzt wurde. Inzwischen wurde das Gebäude zwar zwangsgeräumt, doch ist die Rechtslage weiterhin unklar.

Daher scheint der Besuch von Celler Skinheads in Ehrhorn Sinn zu machen, denn demnächst   steht bekanntlich die neuerliche Zwangsversteigerung des ehemaligen Pflegezentrums an, nachdem der erste Termin am 16. September ohne Ergebnis blieb.

Gerade mal 27.000 Euro für das Erbbaurecht und 20.000 Euro für das 75.686 m² große Grundstück bot Heinrich Heine, seines Zeichens erster Stadtrat der Stadt Schneverdingen als einziger Bieter. Viel zu wenig, denn das Gebot lag um ein Vielfaches unter der Hälfte des Verkehrswertes.

Der liegt nämlich für das Grundstück und Erbbaurecht bei – man höre und staune  bei 1.567.000 Euro. Wobei das Gutachten höchst kurios zustande gekommen sein soll, denn dem zuständigen Gutachter wurde von den beiden ehemaligen Geschäftsführern des Pflegezentrums, Hans Jörg Rühlicke und Maria Sternhagen, also den Schuldnern, der Zutritt zum Gelände verwehrt, was eine genaue Schätzung unmöglich machte. Im Großen und Ganzen aber könnte es stimmen, wenngleich das abgeriegelte Areal – zumindest, soweit man es überschauen kann, einen ziemlich abgewrackten Eindruck macht.

Nun aber wird es einen neuen Veräußerungstermin geben, vermutlich Ende des Jahres. Und dort spielt der Verkehrswert keine Rolle mehr, sondern das Mindestgebot. Dies dürfte dann im Rahmen des von Heine abgegebenen Gebots liegen, also bei etwa 47.000 Euro für Grundstück und Erbbaurecht zusammen. Ein „Weihnachts-Schnäppchen", wie es deren nur selten gibt. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, dass zum nächsten Veräußerungsversuch Glücksritter aus ganz Deutschland anreisen werden.

Darunter auch mit einiger Sicherheit Jürgen Rieger bzw. ein Strohmann von ihm. Der zuständige Mitarbeiter des Soltauer Amtsgerichts, Erhard Schäfer, bereits beim Termin am 16. September mit der Abwicklung betraut, zum Kleinen Heidjer: „Da ist vieles möglich, doch wir sind nicht diejenigen mit Entscheidungsgewalt. Aber immerhin können die Gläubiger, also die Bank für Sozialwirtschaft in Köln und Berlin, ihr Veto einlegen, wenn ihnen etwas nicht geheuer vorkommt."

Wie wir bei unseren Gesprächen mit Bewohnern in der unmittelbaren Nachbarschaft des Pflegeheims erfuhren, statteten zuvor schon häufiger Personen, die allein vom Aussehen her zweifelsfrei der rechtsradikalen Szene zuzuordnen sind, dem Gelände einen Besuch ab. Vor diesem Hintergrund zeigte sich auch Michael Seuthe, Chef der nicht weit entfernten   „Seuthes Gartenwelt", mit einem Seitenhieb auf das Schneverdinger Rathaus gegenüber dem Kleinen Heidjer einigermaßen besorgt: „Erst der Flop mit der Endo-Klinik, jetzt möglicherweise der nächste Flop mit dem Pflegeheim – langsam reicht es uns."

Streng genommen bestehen nämlich nur zwei Möglichkeiten, die hinsichtlich der kommenden zweiten Zwangsversteigerung in Frage kommen. Entweder wird das rechtsradikale Interesse von den (Noch)-Eigentümern nur vorgetäuscht, um – wie schon häufiger praktiziert - den Preis des ehemaligen Pflegezentrums hochzutreiben – oder Rieger hat tatsächlich Kaufabsichten. Wobei die letztere Möglichkeit nach dem Gerangel um das Landhaus Gerhus leider die wahrscheinlichere ist.

2.4.10 02:57

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